Mitten im Leben – Aktion Hospizlicht
Vielleicht kennen Sie diese Kerze? Sie gehört zum Hospizlicht. Das ist eine Aktion zuerst der Hospizbewegung in Waldbreitbach, nördlich von Koblenz, der sich viele Hospizorganisationen auch hier bei uns im Saarland angeschlossen haben. Seit einigen Jahren erinnern diese oder ähnliche Kerzen an den Welthospiztag am 14. Oktober also am kommenden Samstag.
Es geht darum, ins Bewusstsein zu rufen, worum es bei der Hospizbewegung geht, nämlich: “In Würde leben – bis zuletzt.“ So steht es deshalb auch auf dieser Kerze.
Wir alle haben eine begrenzte Lebenszeit – und natürlich wissen wir das auch. Aber wir gehen sehr unterschiedlich damit um.
Sprecherin stellt Kerze auf den Ständer
Viele verdrängen diesen Gedanken oder fühlen sich eher wie Analphabeten, wenn es ums Sterben und den Tod geht. Stehen hilflos da, wenn ein geliebter Mensch nur noch kurze Zeit zu leben hat. Deshalb ist es so gut und wichtig, dass es Hospize gibt, die in dieser Zeit begleiten und unterstützen. Stationär oder ambulant daheim.
Aber das geht nur wegen der vielen ehrenamtlichen Hospizhelfer. Auch daran erinnert mich diese Kerze.
Sprecherin zündet Kerze an.
Denn durch ihr Ehrenamt bringen diese Menschen Licht und Wärme zu Sterbenden, Schwerstkranken und ihren Angehörigen.
„Wie, du machst da freiwillig mit, wo Menschen sterben, ich könnte das nicht – das macht doch traurig und zieht runter.“ Das kriegen die Hospizhelfer nicht selten zu hören. Oder auch wie schwer vorstellbar es manchen Menschen erscheint, sogar im Kinderhospizdienst zu arbeiten.
Die Hospizhelfer selbst sprechen oft davon, wie sinnvoll und erfüllend es ist, Sterbende in ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten. Davon, dass auch gelacht wird, Wünsche erfüllt und Lebensgeschichten geteilt werden. Wie der ganze Mensch gesehen und eben nicht auf das Sterben reduziert wird.
Und die Helfer erzählen, dass ihnen selbst so viel Vertrauen und Dankbarkeit geschenkt wird.
Auf diese Weise werden gerade die Hospizhelfer in ihrem Alltag zu Botschaftern, die vom Leben bis zum letzten Atemzug erzählen können. So tragen sie dazu bei, dass Sterben und Tod wieder den Platz mitten im Leben bekommen – und damit auch die Menschen, die Sterben und Tod erfahren. Nicht weggedrängt, sondern mitten drin!