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Maßstab

Welchen Maßstab lege ich eigentlich an? Wenn ich richte über Andere, wenn ich mir ein Urteil bilde über mein Gegenüber. Natürlich nicht leichtfertig und weit weg von einem simplen Vorurteil, sondern aufgrund einer genauen Analyse der Situation, des Kontextes und unter Berücksichtigung von objektiven Kriterien und zur Verfügung stehenden Fakten. Wenn ich sage: Du bist schuld an der Situation, dass alles so aus dem Ruder gelaufen ist! Dass die Beziehung nicht mehr so toll ist wie früher! Dass der Job mir keinen Spaß mehr macht! Immer machst Du alles falsch!

Was empfinde ich eigentlich als gerecht und was als ungerecht und woran mache ich das fest? Und vielleicht noch dringender die Frage: Nach welchem Maßstab möchte ich gerichtet werden?

Na ja, eigentlich will ich ja gar nicht gerichtet werden!, fährt es mir durch den Kopf. Warum sollte ich denn gerichtet werden? Und wer sollte das machen? Wer kennt mich denn so gut, dass er oder sie sich ein Urteil über mich erlauben könnte? Ich kenne mich manchmal ja selbst nicht.

Über das Weltgericht schreibt der Evangelist Matthäus und versucht Gottes Maßstab in Worte zu fassen: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

Dieser Maßstab verstört, irritiert, diejenigen die drüberspringen genauso wie die, die drunter durchfallen. Denn Gottes Maßstab ist anders und folgt einer anderen Gerechtigkeit.

Und das ist auch gut so.