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Mama, wann ist Gott geboren?

„Mama, kann Gott, wenn er will, die Erde nochmal machen?“ mein Sohn, 4 Jahre am Küchentisch. Für
ihn ist klar: Wenn die Mama Pfarrerin ist, dann muss sie auf diese Frage eine Antwort haben. Ich
überlege kurz, was ich an der Uni alles gelernt habe über den allmächtigen Gott. Meine logische
Schlussfolgerung: „Ja, kann er. Gott ist allmächtig und wenn er wollte, könnte er auch die Erde noch
einmal erschaffen.“

„Und wann wurde Gott geboren?“ Mit dieser Frage habe ich nun nicht gerechnet. Es ist schwierig, einem
Kind zu erklären, dass Gott nicht geboren wurde, sondern schon immer da war. Ich versuche es
trotzdem, aber mein Sohn findet sich mit dieser Antwort nicht ab. „Aber Mama. Wie kann es Gott
geben, wenn er nicht geboren wurde?“ Ich gebe zu, dass es unlogisch klingt. Alles, was lebt, braucht
auch einen Anfang. Für Menschen ist das immer die Geburt. Und wenn ich Kindern von Gott erzähle,
dann beschreibe ich ihn immer mit menschlichen Eigenschaften: Gott ist freundlich, er liebt uns und
sorgt für uns. Wie ein Vater und eine Mutter eben. Kinder stellen sich Gott deshalb oft als alten Mann
mit grauem Bart vor. So ein bisschen wie der Weihnachtsmann - nur ohne rotes Kostüm.

Ich suche weiter nach einer passenden Antwort für meinen wissbegierigen Sohn. Mein Blick fällt auf die
Krippe, die wir jedes Jahr zur Weihnachtszeit aufstellen. „Weißt du, eigentlich wurde Gott doch
geboren. Schau mal das kleine Jesuskind. Das ist der Sohn Gottes. Und in diesem kleinen Kind wurde
Gott, der schon immer da war, geboren.“ Damit scheint mein Sohn zufrieden zu sein. Zumindest
widerspricht er nicht sofort. Ich jedenfalls werte das mal als Erfolg!