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Luther unterwegs

Die Leibwächter haben sich schon auf den Weg gemacht. Allen voran Caspar Sturm, Reichsherold und einer der besten Soldaten seiner Zeit. Eine heikle Mission liegt vor ihnen. Martin Luther soll er mit seinen Rittern heil nach Worms bringen. Zum Reichstag. Dort haben sich die Mächtigen der Welt getroffen, allen voran der neue Kaiser und der Gesandte des Papstes. Sie wollen über die Zukunft Deutschlands und der Kirche reden. Vor allem die neuen Lehren des Mönchs aus Wittenberg wollen sie bekämpfen. Luther soll, wenn es nach ihnen geht, seine Schriften widerrufen, die das Volk und die Gebildeten so elektrisieren. Es wird noch ein paar Tage dauern, bis er am 17. April seinen großen Auftritt bekommt. Doch ausgerechnet an diesem Tag wird ihm das Herz in die Hose rutschen. Lampenfieber, Todesangst, die ganzen Prominenten der Zeit. Zuviel für ihn. Zum Glück erbittet er sich Bedenkzeit. Am nächsten Tag steht er wie verwandelt vor dem Kaiser. „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen“ Die Schlussworte seiner Rede sind legendär geworden. Wenn es um die Wahrheit Gottes geht, dann gilt kein Kneifen. Sogar sein Leben würde Luther geben, bevor er auch nur eine der biblischen Wahrheiten preisgibt. Wie ein Lauffeuer spricht sich seine Rede herum. Und während Kaiser und die päpstlichen Gesandten empört sind und ihn ermorden wollen, jubeln die Menschen auf den Straßen. Sie feiern ihn wie einen Popstar. Die Reformation nimmt ihren Lauf, ein modernes Denken erobert die Welt und das Christentum. So, als ob Gott, wie in Luthers Schlusssatz, ihm tatsächlich geholfen hätte.