Leben in Gemeinschaft
Heute vor 62 Jahren, am 27. Oktober 1956, wurde der Saarvertrag geschlossen. Jenes Papier, mit dem
die Rückkehr des Saarlandes zu Deutschland vereinbart wurde. Gut zwei Monate später, am 1. Januar
1957, wurde das Saarland dann Teil der Bundesrepublik. In Gemeinschaft mit den damals neun anderen
Bundesländern.
Eine größere Gemeinschaft bietet für alle, die daran teilhaben, einen gewissen Schutz. Denn die kleinen
Einheiten stärken sich gegenseitig und achten aufeinander. Immer unter dem Motto: Gemeinsam sind
wir stark.
Aus diesem Grund war auch Jesus nicht alleine unterwegs. Er hat Jüngerinnen und Jünger um sich
herum gesammelt, die ihn begleitet und sich gegenseitig beschützt haben. Aus dieser Sicherheit heraus
konnten sie sich auch anderen zuwenden.
Nach Jesu Tod ist diese Gemeinschaft in den ersten christlichen Gemeinden bestehen geblieben. So
steht zum Beispiel im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte:
Die Menschen, die zum Glauben gekommen waren, trafen sich regelmäßig. Sie ließen sich von den
Aposteln unterweisen, pflegten ihre Gemeinschaft, brachen das Brot und beteten. Alle Glaubenden
hielten zusammen und verfügten gemeinsam über ihren Besitz. Tag für Tag versammelten sie sich als
Gemeinschaft im Tempel. In den Häusern hielten sie die Feier des Brotbrechens und teilten das Mahl voll Freude und in aufrichtiger Herzlichkeit. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt.
Indem die Gemeinde zusammengehalten hat, schützte sie sich vor Angriffen von außen. Gleichzeitig
haben sich innerhalb dieser Gemeinschaft Traditionen gebildet, die bis heute zum Christentum
dazugehören. Beispielsweise organisieren sich Christinnen und Christen immer noch in Gemeinden und
feiern Gottesdienst und das Abendmahl. So wie die ersten Christen auch. Die haben also auf der einen Seite also eine ganz eigene Identität entwickelt und sind auf der anderen Seite aber auch immer nach außen offen geblieben. Die Apostelgeschichte berichtet darüber, wie die Apostel das Evangelium in die Welt gebracht und wie sie anderen von ihrem Glauben erzählt haben. Die Gemeinde war keine in sich geschlossene Gruppe, sondern sie ist stetig gewachsen. So heißt es auch im Text der Apostelgeschichte weiter:
Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.
Die Gemeinschaft wurde größer. Und jedes neue Mitglied brachte seine Eigenart mit. Sei es sprachlich,
kulturell oder durch Charaktereigenschaften. Die christliche Gemeinde hat sich mit jedem neuen
Mitglied verändert und ist doch in ihren Grundzügen bestehen geblieben. Bis heute sind der Glaube an
Gott, an seinen Sohn Jesus Christus und die Feier des Abendmahls Kernmerkmale christlicher
Gemeinschaften. Bis heute sind die Türen offen für alle, die Teil dieser Gemeinschaft werden wollen.
Eine solche Offenheit, die trotzdem an ihren Grundwerten festhält, wünsche ich mir auch für unsere
Gesellschaft.
So wie das Saarland als Teil der BRD seine Kultur bewahrt hat und trotzdem durch Fremdes beeinflusst