Beiträge

Leben, das leben will

Er war Musiker, Philosoph, Mediziner und Theologe. Und in jedem dieser Fachgebiete war er versiert
und engagiert. Ein ausgezeichneter Mann und Friedensnobelpreisträger. Sein Name: Albert
Schweitzer.

Geboren und aufgewachsen im Elsass, ist Schweitzer 1913, im Altern von 38 Jahren, nach Afrika
gegangen. Dort, genauer in Lambarene in Gabun, hat er dann ein Urwaldhospital für die
einheimische Bevölkerung gegründet.

Als Grund für sein Engagement hat Albert Schweitzer die „Ehrfurcht vor dem Leben“ genannt. Wer
über die Welt und sich selber nachdenkt, merkt, dass alles, was ihn umgibt, Pflanzen, Tiere,
Mitmenschen, genau gleich am Leben hängt wie er selber. Schweitzer hat diese Erkenntnis in einem
prägnanten Satz so formuliert: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“

Wer das begriffen hat – so Schweitzer – der muss allem Leben in Liebe begegnen. Diese Ehrfurcht vor
dem Leben aber wächst für Schweitzer aus der Achtung vor Gott, denn er ist es, der jedem Wesen
das Leben schenkt. Deshalb kommt es für Schweitzer darauf an, allem Leben und dem Schöpfer
Achtung entgegenzubringen.

1965 ist Albert Schweitzer 89-jährig in Lambarene gestorben. Erst ein Jahr zuvor hatte er einem
anderen Arzt die Leitung des Krankenhauses übertragen, das bis heute existiert. Im vergangenen Jahr
sind dort mehr als 5000 Menschen stationär und fast 24000 ambulant behandelt worden. All das
wäre wohl nicht geschehen ohne Albert Schweitzer, den gelehrten Menschen mit seiner großen
Ehrfurcht vor dem Leben.