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Kopfsache

Was geht eigentlich in unserem Kopf vor? Gedanken über Gedanken; haufenweise Informationen, die verarbeitet werden müssen; unzählige Befehle, die an Hände, Füße, Mund undsoweiter geschickt werden. Ziemlich schwer, sich das alles vorzustellen.

Der witzige Zeichentrick-Film „Alles steht Kopf“ hilft dabei ein wenig. Er stellt das  Gehirn der 11jährigen Riley als eine Kommandozentrale mit verschiedenen Figuren vor, die miteinander um ihre Entscheidungen ringen.  Hinter einer Konsole voller Knöpfe und Schalter stehen da: Ein kräftiges, rotes Männchen mit rauher Stimme, der Ärger; ein leuchtendes, großes Mädchen: die Freude. Kleine dicke, lila Frau: Der Kummer. Die streiten sich und einigen sich, dann wird der große Knopf gedrückt und Riley fällt ihre Entscheidung. Sehr witzig das Ganze, aber auch nachdenklich. Die Freude geht zu Beginn des Films durch einen Unfall verloren. Entsprechend verändert sich das Wesen von Riley. Sie wird ein freudloses Mädchen.

Was mir als Theologe in der Kommandozentrale fehlt, ist eine Figur, die den Glauben darstellt. Wie hätte der wohl ausgesehen? Mit schwarzem Talar und Beffchen? Mit buntem, esoterischem Batikhemd? Wäre es einer, der ständig in die Luft geht oder gar Bomben wirft? Der alle anderen im Kopf unterrückt und sagt: Nur ich bin wichtig?

Ich denke, der Glaube sollte eine freundliche Figur sein. Eine, die die Freude unterstützt; eine, die den Kummer ernst nimmt; eine, die dem Ärger sagt: „Im Angesicht der Ewigkeit ist dieses oder jenes Problem nicht wert, dass man sich darüber aufregt“. In jedem Fall wäre der Glaube eine Figur, die noch weiter machen kann und will, wenn alle anderen am Ende sind. Denn sie bekommt ihre Kraft nicht aus dem Gehirn, sondern von Gott.  Glaube ich jedenfalls.