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Ja

Eigentlich sage ich am Tag ziemlich häufig: „Ja“. „Ja, klar, hole ich dich vom Sport ab“. Doch oft meine ich eigentlich Jein, also, so aus ganzem Herzen kommt mein Ja dann nicht, aber ich kann mich nicht entziehen. „Ja, natürlich übernehme ich diesen zusätzlichen Auftrag!“

Und manchmal sage ich auch Ja und meine eigentlich Nein, aber ich schaffe es nicht, Nein zu sagen. Ich habe Angst, dass mein Gegenüber mich dann nicht mehr mag. Natürlich weiß ich, dass das nicht richtig ist. Und oft habe ich schon Anderen gesagt, dass ich ihr Ja nur annehmen kann, wenn ich weiß, dass sie auch Nein sagen könnten. Aber für einen selbst ist das ja immer so eine Sache.

Jesus fordert: „Euer Ja sei Ja und euer Nein sei Nein.“ Klar, denke ich, das kann der gut sagen, der ist ja nicht in meiner Situation und hatte ja auch keine Kinder! Aber wenn ich es mir so richtig überlege, gibt es über ihn ganz schön viele Geschichten, in denen er in schwierigen Situationen war und Nein gesagt hat. Und sich damit auch nicht immer beliebt gemacht hat.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr muss ich an ein Lied der Band Silly denken, „Ich sag nicht ja, nicht ohne guten Grund!“ Auch hier beharrt jemand darauf, hinter seinem Ja und auch hinter seinem Nein zu stehen. Und mit Silly auf den Lippen und Jesus im Herzen versuche ich es heute einfach mal.