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Internationaler Tag der Freundschaft

Was hilft, in schweren Zeiten? Was gibt Halt, wenn die Welt um einen zusammenbricht? Was lässt einen nicht verzweifeln, wenn eine schwere Krise zu bewältigen ist?

 

Ich müsste besser fragen: Wer ist für einen da, wenn es hart auf hart im Leben kommt? In Gesprächen erzählen mir Menschen, die harte Zeiten zu bestehen haben, dass ihnen ihre Familie Halt und Kraft gegeben hat. Und nicht selten heißt es auch: In der Not habe ich erst erfahren, wer wirklich mein Freund und meine Freundin war und ist.

Dabei gab es auch die schmerzliche Erfahrung, dass so manche Freundschaft sich in einer Krise eben nicht bewährt hat. Das hat so manche Enttäuschung gebracht, aber auch zum klaren und dankbaren Blick auf die Menschen verholfen, die tatsächlich zur Seite standen.

 

In der Bibel heißt es sehr treffend: „So ist’s ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf.“ (Prediger 4, 9) – Freundschaft bedeutet genau das: Da zu sein, einem anderen aufzuhelfen – sich darauf verlassen können, dass die Freundin einen nicht am Boden liegen lässt.

 

Auch die Flutkatastrophe erzählt davon: Menschen machen sich auf den Weg, um ihren Freunden in dieser schrecklichen Krise beizustehen. Aber auch sich zunächst fremde Menschen begegnen sich: Da packen Unbekannte einfach mit an, schaufeln den Schlamm aus den zerstörten Häusern, bringen ihre Gerätschaften, ihre Zeit, ihre Kraft, ihre Hoffnung mit – und zeigen so: Du bist nicht allein in der Not; wir stehen dir zur Seite und lassen dich nicht im Stich. Inmitten von Zerstörung, Ungewissheit und des Bangens, wie wird es weitergehen, sind wahre und verlässliche Freunde und Freundinnen da: ein großartiges Geschenk.