Hunger nach Gerechtigkeit
„Hunger nach Gerechtigkeit‘ – das klingt doch wieder wie so ne kirchliche Aktion!“ Das fanden auf jeden Fall meine Konfirmandinnen und Konfirmanden und – sie haben Recht.
„Hunger nach Gerechtigkeit“ – das ist der Name der 61. Aktion des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt. Kein einfallsreicher oder actiongeladener Titel – Gerechtigkeit ist doch ganz klar – finden die Konfis. Und doch, als sie Beispiele nennen sollen für: „Das ist gerecht“ oder „das ist ungerecht“ – da wird ihnen etwas anderes schnell klar.
Ihnen fallen vor allem Szenen ein, die sie ungerecht finden. In der Schule z.B. wenn der Lehrer dich die ganze Zeit übersieht, wenn du dich meldest, weil du ihm sagen möchtest, dass du die Hausaufgaben leider nicht machen konntest und dir danach eine Strafarbeit gibt, weil du es nicht gleich gesagt hast. Und auch im sozialen Miteinander fallen den Konfis viele Situationen ein, in denen es ungerecht zugeht.
Aber – Was findet ihr denn gerecht? Eine Diskussion entbrennt und wir fragen uns, ob es unter Menschen überhaupt so etwas wie Gerechtigkeit gibt. Was ist Gerechtigkeit und wie kann sie aussehen? Jedem gleich viel? Jeder so viel, wie sie verdient? Allen so viel, wie sie brauchen? Und wer setzt fest, wie viel genug ist? Ist Gerechtigkeit überhaupt noch modern, oder ist das eigentlich Schnee von gestern?
Und dann schauen wir in die Bibel. Auch im Hinblick auf Gott ist Gerechtigkeit ein Thema. Ja, Gerechtigkeit scheint genau sein Ding zu sein. Viele Geschichten und Lieder handeln von der Gerechtigkeit Gottes. Und so verschieden sie auch sind, so zeigt sich doch eins. Gottes Gerechtigkeit liegt in seiner Zuwendung. Gott wendet sich den Menschen zu, sieht bei Not und Elend nicht weg, sondern ganz genau hin. Und viele Geschichten erzählen davon, was Menschen, die so angesehen werden, möglich ist.
„Hunger nach Gerechtigkeit“ – die 61. Aktion von Brot für die Welt wird am 1. Advent in vielen Kirchen eröffnet. Deutschlandweit, auch in der Homburger Stadtkirche. Und meine Konfirmandinnen und Konfirmanden sind natürlich dabei.