Heute, am 23. Oktober, feiert die Erde Geburtstag. Denn genau heute vor 6022 Jahren hat Gott unsere
Welt erschaffen. So hat es zumindest der irische Erzbischof James Usher im 17. Jahrhundert mit Hilfe
von Stammbäumen und biblischen Ereignissen berechnet.
Aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht an das Schöpfungsdatum. Immerhin hat die Wissenschaft
schon oft gezeigt, dass die Welt eben nicht in 7 Tagen fertig war und dass sie viel älter als schlappe 6000
Jahre ist. Aber heißt das jetzt, dass Gott die Welt nicht erschaffen hat? Anders gefragt: Lügt die Bibel
schon gleich ganz am Anfang?
Nein, das tut sie nicht. Aber der Reihe nach: Um zu verstehen, was die Bibel über die Schöpfung
berichtet, muss man wissen, wie die Bibel entstanden ist. Sie ist nämlich nicht einfach so vom Himmel
gefallen, sondern das Ergebnis menschlicher Arbeit. Die Bibel ist eine Sammlung von Texten, in denen
Menschen von ihren Erlebnisse und Erfahrungen mit Gott schreiben. Deshalb gibt es in der Bibel zum
Beispiel auch gleich zwei Berichte darüber, wie die Welt und die Menschen entstanden sind. Da haben
verschiedene Menschen zu verschiedenen Zeiten ihre Vorstellungen aufgeschrieben. Und zwar nicht mit
dem Ziel, die Entstehung der Welt wissenschaftlich zu erklären. Nein, es ging ihnen darum, die
Beziehung zwischen Gott und dem Leben beschreiben. Die Texte sagen, dass Gott das Leben gewollt
und erschaffen hat und dass er immer wieder an seiner Schöpfung wirkt.
Gott hat uns Menschen die Welt geschenkt, weil er will, dass wir darin leben UND weil er will, dass wir
sie bewahren. Mit allem Leben, das zu ihr gehört. Und dafür ist es völlig egal, wann genau Gott die Welt
erschaffen hat.