Fliegen
Der Urlaub wird in diesem Jahr sehr aufregend für mich. Also,
zumindest der Weg dorthin. Denn in diesem Jahr werde ich seit
langer Zeit mal wieder fliegen. Allein der Gedanke daran, lässt mich
schon Stoßgebete an den Himmel schicken. Ich fahre viel lieber mit dem
Zug oder mit dem Auto in den Urlaub. Aber manche Strecke dauert
damit einfach zu lange. Da bleibt dann im Grunde nur das Flugzeug.
Auch, wenn ich damit nur sehr ungerne verreise. Warum, weiß ich
eigentlich selbst nicht genau.
Zu unkontrolliert? Den Zug habe ich doch auch nicht selbst gefahren.
Angst vor einem Absturz? Es passieren doch viel mehr Autounfälle,
als dass Flugzeuge verunglücken.
Ich weiß im Grunde nicht, warum ich so ungern fliege – aber ich habe
das Gefühl, es könnte damit zusammenhängen, dass ich eben zu viel
weiß. Zuviel über Ungewisses.
Meine beiden Söhne zum Beispiel, werden in diesem Jahr zum ersten
Mal fliegen. Und sie freuen sich jetzt schon auf dieses Erlebnis.
Vor allem, weil sie sich in den Kopf gesetzt haben über den Wolken
nach dem Christkind zu suchen.
Ich bewundere diese kindliche Leichtigkeit. Und ich versuche, mir
davon eine Scheibe abzuschneiden. Ich habe mir vorgenommen, da
oben mit meinen Söhnen aus dem Fenster zu gucken und das
Christkind zu suchen. Und wenn mir flau wird im Bauch, dann richte
ich einfach wieder meinen Blick nach oben und vertraue: Gott ist
mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde.
– und das Flugzeug hoffentlich auch nicht.