Erinnerungsdividenden
„Das Geschäft des Lebens ist der Erwerb von Erinnerungen. Am Ende ist das alles, was bleibt.“ Das sagt der Butler Carsten in der britischen Fernsehserie Downton Abbey. Darin geht es um das Schicksal einer Adelsfamilie und ihrem Personal am Anfang des 20. Jahrhunderts. „Das Geschäft des Lebens ist der Erwerb von Erinnerungen. Am Ende ist das alles, was bleibt.“
Erinnerungen sind wie eine Schatzkiste, aus der wir jederzeit schöpfen können. Sie sind eine Summe an freudigen Erfahrungen, die sich über die Jahre anhäufen. Am einfachsten geht das, wenn wir voller Lebenskraft sind. Bei Krankheiten oder im Alter ist er schwerer, bestimmte Erfahrungen zu manchen und zu sammeln.
Gerade an grauen Tagen sind freudige Erinnerungen für mich ein wahrer Seelentröster. Sei es, dass ich mir Fotos von früher anschaue oder mit Freunden über gemeinsame Erlebnisse spreche. Mich an positive Momente erinnern, das gibt mir Kraft. Und wenn die grauen Tage rum sind, stellt sich auch wieder der Tatendrang ein, neue Erinnerungen zu sammeln.
Auch bei Gott spielt Erinnerung eine wichtige Rolle. So erinnert sich Gott nach der Sintflut an Noah und alle Tiere auf der Arche und das Wasser weicht zurück. Gott spricht sogar zu Noah: „Und ich werde mich an meine Verfügung erinnern, die zwischen mir und euch und zwischen jeder lebenden Seele … besteht“ (Gen 9,15 LXX).
Das heißt: Gott wendet sich jedem Menschen zu und begleitet ihn oder sie: Auf dem Weg, möglichst viele Erfahrungen zu machen, an die man sich gerne erinnert.