Ein Brief
Einen Brief zu schreiben ist ja mittlerweile ein wenig aus der Mode gekommen. Das merke ich an mir selber. Statt Briefe schreibe ich Kurznachrichten über mein Smartphone, wenn ich jemandem etwas schriftlich mitteilen möchte.
Vor rund 2000 Jahren war das natürlich noch anders. Der Apostel Paulus hat viele Briefe geschrieben. Im Neuen Testament stehen einige von ihnen.
In einem schreibt Paulus seiner Gemeinde etwas über das Briefeschreiben: „Ihr seid ein Brief Christi durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes.“
Was für ein schönes Bild für einen Montagmorgen: Ihr seid ein Brief! Geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes.
Doch – was für ein Brief bin ich eigentlich? Was steht drin?
Ich befürchte, an manchen Tagen bin ich nur ein kurzer Brief. Auf kariertes Papier geschrieben und gerade so vom Block abgerissen, ausgefranst. Ich bin nicht mehr als eine kurze Nachricht. Wie: Schatz, schalte die Spülmaschine ein, wenn du da bist! Oder: Der Hund war schon draußen!
Nach Christus und dem Geist des lebendigen Gottes hört sich das erst einmal nicht an. Selbst wenn die Grundnachricht eines solchen Alltagsbriefes lautet: Du bist nicht allein! Ich war schon da und ich komme auch wieder.
Aber eigentlich wäre ich lieber ein Liebesbrief, der meinem Mann mit zarten Worten einen weichen Mantel um die Schultern legt. Der schon beim Lesen das Gefühl der Nähe und Wärme gibt: Du bist nicht allein, ich bin bei dir!
Egal, wie weit ich entfernt bin. Denn zwischen uns ist ein Band, das uns zusammenhält und niemals reißt!
„Ihr seid ein Brief!“ Heute will ich mal keine Kurznachricht, sondern ein Liebesbrief sein.