Dietrich Bonhoeffer: Vom Optimismus …
Unser gesellschaftliche Klima verändert sich: rechtspopulistische Äußerungen, antisemitische und rassistisch motivierte Ausschreitungen nehmen leider zu.
Die Hass-Kommentare in den sog. sozialen Netzwerken oder erst kürzlich das unsägliche Verhalten von einigen Ultras im Fußballstadion sind erschütternd und unhaltbar.
Aber es wird auch immer wieder deutlich: Es sind – Gott sei Dank – nicht alle in unserer Gesellschaft so. Es gibt sie – und es sind nicht wenige, die zeigen: Wir denken und handeln anders. Wir setzen uns für ein gutes und respektvolles Miteinander ein, wir übernehmen Verantwortung und zeigen Flagge: Omas gegen rechts; Umweltschützer und Fridays for future – Aktive; Bündnisse für eine bunte und tolerante Gesellschaft; Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzen: hier bei uns oder als Freiwillige in den europäischen Flüchtlingslagern oder auf dem Meer; Schulen gegen Rassismus; Jugendliche, die Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus verlegen – um nur einige Beispiele zu nennen.
Für mich handeln sie auch aus einem bestimmten Geist, einer Haltung heraus, die Dietrich Bonhoeffer mit Optimismus beschrieben hat. Damals wusste Bonhoeffer, dass dieser Optimismus die Kraft war, um sich gegen das Unrecht und die unfassbare Barbarei des Nazi-Regimes zu wehren. Und auch heute ist er hilfreich:
„Optimismus ist in seinem Wesen keine Ansicht über die gegenwärtige Situation, sondern er ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren,
eine Kraft, den Kopf hochzuhalten, wenn alles fehlzuschlagen scheint, eine Kraft, Rückschläge zu ertragen, eine Kraft, die die Zukunft niemals dem Gegner lässt, sondern sie für sich in Anspruch nimmt.“