Beiträge

Dietrich Bonhoeffer: Nicht ärgern …

Wie oft ärgern Sie sich am Tag? Haben Sie das mal gezählt?

Über den Kaffeevollautomaten zum Beispiel, der zuerst gereinigt werden will, bevor Sie Ihren Kaffee machen können. Oder über den extrem langsamen Fahrer vor Ihnen auf dem Weg zur Arbeit, über einen schlechtgelaunten Kollegen oder über eine ungerechte Behandlung in der Schule, über die Kundin, die sich unverschämt vordrängelt? Da kann schon was zusammenkommen im Laufe eines Tages. Viele Dinge, die durchaus ärgerlich sind.

Aber es kommt darauf an, wie wir damit umgehen. Denn schließlich sind wir ja nicht dazu verpflichtet, uns ständig zu ärgern – und uns so viel zu lange durch Ärger die gute Laune zu verderben. Denn die ärgerlichen Momente verstellen unseren Blick auf das, was eben auch so geschieht: Der freundliche Gruß, das nette Gespräch, die Menschen, die für einen da sind und uns zum Beispiel auch ertragen, wenn wir morgens über den Kaffeevollautomaten fluchen.

Darauf kommt es schließlich an: nicht im Ärger über Kleinigkeiten stecken zu bleiben. Wenn ich bei geringfügigen Anlässen bereits meine ganze Kraft und Energie verschleudere, habe ich sie nicht, um den gewichtigen Gründen etwas entgegen zu setzen. Denn die gibt es ja auch: Wenn ich mich z.B. in einem Gespräch darüber ärgere, wie ein anderer sich rassistisch und abfällig äußert. Dann kann ich meine Verärgerung als wichtiges Signal nutzen, dagegen zu halten und den respektvollen Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen einfordern. Weil ich darum weiß, wie wichtig dieser Respekt für ein tragfähiges Miteinander im Kleinen wie im Großen ist.

Das hat schon der evangelische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer gewusst:

„Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken.“