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Dietrich Bonhoeffer: Grenzenlos hoffen

Der heutige Sonntag hat einen interessanten Namen:  Quasimodogeniti – übersetzt heißt das: „Wie Neugeborene“. Warum wird er so genannt? Weil in den ersten Jahrhunderten der Kirche die in der Osternacht Getauften am Sonntag Quasimodogeniti noch einmal in ihren weißen Gewändern zum Gottesdienst kamen. Es waren damals vor allem Erwachsene, die sich ganz bewusst für den christlichen Glauben entschieden haben. Nach der Taufe zogen sie weiße Gewänder und soz. den neuen Glauben an. Weiße Kleider als Zeichen für den Neuanfang,  wie der von neugeborenen Kindern – Quasimodogeniti. Der leichtere Name des heutigen Tages ist auch: „Weißer Sonntag“, an dem in der römisch-katholischen Kirche die Kinder zu ihrer Erstkommunion gehen – eben oft auch in weißen Kleidern. Das passt zu dieser österlichen Zeit.

Denn Ostern bedeutet auch einen absoluten Neuanfang: der Tod ist nicht das Ende. Denn am ersten Ostermorgen war da nur ein leeres Grab. Jesus war nicht mehr dort, sondern auferstanden. So steht Ostern für Gottes Liebe, die stärker ist als der Tod. Für eine in Jesus Christus begründete Hoffnung, die Menschen im Leben, Sterben und über den Tod hinaus tragen möchte. Eine Liebe, die grenzenlos hoffen lässt.

So hat es auch Dietrich Bonhoeffer gesagt:

„Wenn schon die Illusionen bei den Menschen eine so große Macht haben, dass sie das Leben in Gang halten können – wie groß ist dann erst die Macht, die eine begründete Hoffnung hat? Deshalb ist es keine Schande zu hoffen, grenzenlos zu hoffen.“