Das prächtige Kamel
Nein, es ist nicht die Schlange. Es ist ein wundervolles Kamel mit vielfarbigem Schwanz – rot gelb grün schwarz blau, dazu eine Mähne mit Perlen, Haar aus Topas und weiß Gott was sonst alles noch, das dieses Tier so unbeschreiblich schön macht. Dazu ein wundervoller Duft, der das Tier umweht. Das ist im Islam die Schlange aus unserer christlich-jüdischen Urgeschichte. Dieses Kamel verführt Adam und Eva, von der verbotenen Frucht zu probieren. Das Ergebnis aber ist gleich: unsere Vorfahren fliegen raus aus dem Paradies, mitten rein in diese mühsam-anstrengende Welt. Und egal, ob es am Ende eine Schlange oder ein Kamel war, dem die Menschheit auf dem Leim gegangen ist – es bleibt eine der größten Sinngeschichten aller Zeiten. Sie erklärt, warum wir so leben müssen, warum Gott uns keine paradiesischen Lebensbedingungen bietet und auch, warum die Menschen immer noch nicht klüger geworden sind seit damals.
Sich verführen lassen von Islamisten, Putins oder Trumps. Menschenfängern, die Religion zum Instrument ihrer diabolischen Absichten machen. Den Weltfrieden bedrohen, das Klima und das klare Denken. Kamel, Schlange oder wie auch immer sie uns bis heute begegnen. Es ist ernst. Immer schon, aber heute vielleicht mehr denn je. Ein bisschen habe ich noch die Hoffnung, dass sich die Religionen auf den göttlichen Traum einer besseren Welt besinnen, ihn in die Welt tragen und damit etwas gegen die Kamele oder Schlangen unserer Zeit tun – egal, wie verführerisch sie daherkommen.