Blödmann, fahr!
Blödmann, fahr! – also nicht Sie. Es war der Dreijährige auf der Rückbank – mit seinem gerade vom Papa gelernten Spruch. Arschloch fahr. Immerhin soll Fluchen einer Studie zufolge heilsam sein. Dampf ablassen, am besten im geschützten Raum und sich mit einem Mal wieder wohler fühlen. Ärger und Frust in sich hineinfressen scheint dagegen eher krank zu machen. Also raus damit, und dem Sonntagsfahrer mal richtig die Meinung gegeigt – auch wenn er es gar nicht hört.
Fluchen – das Thema ist uralt – und auch Gott selbst lässt manchmal seinen Frust raus. Wer seine Gebote hält, der wird gesegnet. Wer nicht, den verflucht er. Ich kann mir richtig vorstellen, wie erleichtert er danach ist. Wenn er seine Wut abgelassen hat über die dämlichen Menschen. Musste es schon wieder sein? Kapiert ihr es nie? Was hab ich da bloß in die Welt gesetzt…
Aber wie so oft stellt Jesus die traditionellen Gottes-Muster auf den Kopf. Natürlich auch beim Fluchen. Wieder mal in seiner vieldiskutierten Bergpredigt. Segnet, die euch verfluchen. Wer böse ist zu euch, zu dem seid gnädig und freundlich. So klingt sein Konzept für eine entspanntere und friedlichere Welt. Sogar beim Fluchen. Auf Dauer ist das sicher gesünder als dieses Blödmann, fahr!