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Aufstand in der Rosenstraße

Ende Februar 1943 wurde in Berlin die sog. Fabrikaktion durchgeführt.
Dabei ging es um jüdische Männer, die mit sog. arischen Frauen verheiratet oder die Söhne
einer arischen Mutter und eines jüdischen Vaters waren. Nach der menschenverachtenden
Rassenideologie des Nazi-Regimes waren jüdischen Menschen keine Volksangehörigen
mehr. Diese Männer waren deshalb nur wegen ihrer arischen Ehefrauen oder Mütter
geduldet und einigermaßen geschützt, sie mussten aber Zwangsarbeit verrichten.

Von den Fabriken, in denen sie als Zwangsarbeiter eingesetzt waren, wurden diese Männer
am 27. Februar 1943 abtransportiert und in ein Sammellager in die Berliner Rosenstraße
gebracht. Ihre Frauen und Müttern waren geschockt, als ihre Männer nicht heimgekommen
sind. Sie fanden aber heraus, wo ihre Angehörigen eingesperrt waren. Sie gingen dorthin,
haben sich nach ihren Männern und Söhnen erkundigt und dann die Wachen aufgefordert,
die Gefangenen wieder freizulassen.

Mehrere Tage sind die Frauen dort geblieben. Auch in den Nächten haben sie ausgehalten
und nach und nach haben sich ihnen auch andere angeschlossen. Schließlich haben etwa
1000 bis 1500 Menschen gegen die Verhaftung der Männer demonstriert – einfach, indem
sie geblieben sind und auch nicht weggingen, als Waffen auf sie gerichtet wurden. Am Ende
hatte der Protest Erfolg. Anfang März wurden die Männer wieder freigelassen.

Der Frauenaufstand in der Rosenstraße ist leider immer noch zu wenig bekannt. Dabei
haben diese Frauen - und Männer - in der Rosenstraße mit ihrem friedlichen Protest das
brutale Nazi-Regime bezwingen können. Solche Beispiele von Zivilcourage brauchen wir –
auch heute.