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Von ansteckender Freude in Zeiten der Pandemie

„Weißt du, bevor ich am Montag wieder in die Schule gehe, teste ich mich zu Hause. Die anderen machen das auch und wenn dann ein Test positiv ist, bleibt nur ein Kind zuhause und kann niemanden anstecken. So muss nicht die ganze Klasse in Quarantäne. Das finde ich ziemlich cool“, sagt meine Enkelin Emma. Ziemlich cool – das ist gerade einer ihrer Lieblingsausdrücke.

Ob ich es „ziemlich cool“ finde, mit meiner 8-jährigen Enkelin ein solches Gespräch zu führen, weiß ich nicht so genau. Es war merkwürdig, zu merken, wie Kinder mit der Pandemie umgehen. Emma kennt nach zwei Schuljahren mehr Unterricht unter Corona-Bedingungen als ohne. Sie gehört zu den Kindern, die sich mit der Pandemie relativ gut arrangiert haben.

Aber es gibt auch andere Erfahrungen: Kinder und Jugendliche, die massiv unter Home-Schooling oder der sozialen Distanz leiden. So stellt sich die Frage, wie wir als Erwachsene Kinder und Jugendliche weiterhin gut oder noch besser durch die Pandemie begleiten können. Mit Sorge blicke ich so kurz vor dem Start ins neue Schuljahr auf die steigenden Infektionszahlen und zugleich darauf, dass das mehrtägige Überschreiten der 50er Inzidenz nicht mehr automatisch zu besonderen Einschränkungen führen wird.

Hoffentlich werden nicht die Kinder die Leidtragenden sein, weil sie in der Regel noch nicht geimpft sein können. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir Erwachsene durch unsere Impfung dazu beitragen, die Kinder zu schützen. Auch dadurch, dass wir weiterhin die Hygiene-Regeln einhalten. Die beste Motivation ist dabei, dass wir so ganz viel zum Wohle und Schutze der Kinder beitragen können. Dann geht es weniger um die Angst vor der aktuellen Delta-Variante, sondern mehr um das, was ich aktiv gegen die Pandemie tun kann. Etwas, was allen zugutekommen wird, ganz besonders den Jungen in unserer Gesellschaft.

Ganz im Sinne Dietrich Bonhoeffers, der einmal gesagt hat: „Nicht nur die Angst ist ansteckend, sondern auch die Ruhe und die Freude, mit der wir dem jeweils Auferlegten begegnen.“ Die Pandemie bürdet uns viel auf, aber wir können auch diese ansteckende Ruhe und Freude erfahren, wenn wir es gemeinsam schaffen werden. Und das finde ich „ziemlich cool!“

Sie können das Video zum Beitrag unter der folgenden Adresse anschauen:

https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=106324