„Jemanden einen Engel senden“
Auch am heutigen Sonntag wird in den Kirchen an die Menschen gedacht, die von der Flut-Katastrophe betroffen sind. Im Gottesdienst an sie zu denken, das heißt zum Beispiel: für die Menschen zu beten – in den Fürbitten ihr Schicksal vor Gott zu bringen.
Martin Luther hat einmal wunderbar erklärt: „Fürbitten heißt: Jemandem einen Engel senden.“ Luther beschreibt damit eine besondere Kraft, die in den Fürbitten steckt: eine himmlische, engelsgleiche Kraft. Damit traut er dem Gebet und denen, die solche Fürbitten beten, Erstaunliches zu: Luther denkt soz. groß, in himmlischen Dimensionen. Denn: „Fürbitten heißt: Jemanden einen Engel senden.“ Einen Engel, der beschützt und behütet, einen Engel, der zur Seite steht.
Einen Engel senden – das erleben Betroffene in den Hochwasser-Katastrophen-gebieten ja auch ganz konkret – durch Menschen, die ihnen helfende Hände reichen.
Darunter sind auch Menschen, die selbst einmal in einer Notlage waren und aus eigener Erfahrung wissen, was Verzweiflung bedeutet. Die dann selbst erlebt haben, dass andere Menschen wie gute Engel da waren, um ihnen beizustehen.
Fürbitten schauen auf den Mitmenschen, benennen dessen Leid und schwere Lebenssituationen. So bittet die Gemeinde z.B. ganz konkret für Leidtragende, dass sie Kraft, Trost und Beistand finden.
Die Fürbitten zeigen auch, was man selbst an tatkräftiger Unterstützung, an finanziellen Hilfen und durch das Gebet für die Betroffenen tun kann, aber auch für die vielen Einsatzkräfte, Freiwillige und politisch Verantwortliche. Ganz im Sinne Martin Luthers: „Fürbitten heißt: Jemanden einen Engel zu senden.“