Dietrich Bonhoeffer: Angenommen sein
Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: „Gott sucht sich nicht den vollkommensten Menschen, um sich mit ihm zu verbinden, sondern er nimmt menschliches Wesen an, wie es ist.“
In diesem Satz steckt eine wunderbare Botschaft:
Zuerst die sehr ehrliche Erkenntnis: Nobody is perfect! – Niemand ist vollkommen, perfekt. Jeder Mensch hat Stärken, aber auch Schwächen – unterschiedliche Gaben und Begabungen, das macht jeden und jede von uns aus. Und dazu kommt diese zuversichtliche Zusage: “Gott nimmt menschliches Wesen an, so wie es ist.“ – Angenommen sein – eben auch mit meinen Fehlern und Unvollkommenem. Ich muss mir diese Annahme nicht verdienen oder einem perfektionistischen Ideal entsprechen, um von Gott angenommen zu sein. Die Bibel ist voll mit solchen Beispielen von unvollkommenen Menschenmodellen, die aber dennoch erleben: Gott ist mit dir, an deiner Seite. Das zeigt zum Beispiel Jesus damit, wie er mit dem Oberzöllner Zachäus umging. Ausgerechnet zu ihm lädt er sich ein. Zu Zachäus, der durch Korruption und Kollaboration mit den Römern zu einem großen Vermögen gekommen ist. Neid und Ablehnung hat das Zachäus eingebracht. Und nun erlebt er zum ersten Mal: Er ist als Mensch von Jesus angenommen. In dieser Annahme gehalten kann er auch auf seine Fehler sehen und sie korrigieren.
Ja – wie Bonhoeffer meint: „Gott sucht sich nicht den vollkommensten Menschen,… sondern er nimmt menschliches Wesen an, wie es ist.“