Dietrich Bonhoeffer: Todestag
In den frühen Morgenstunden des 9. Aprils 1945 wird Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg erhängt. Auf ausdrücklichen Befehl Hitlers, der in diesen Tagen etliche politische Widerstandsgegner hinrichten lässt: Sie sollen beim drohenden Sieg der Alliierten nicht mit dem Leben davonkommen. Dietrich Bonhoeffer ist überzeugt, dass man dem Rad in die Speichen fallen muss. Um das barbarische Räder-werk zu stoppen, beteiligt er sich aktiv am Sturz des Nazi-Regimes. Er wird verhaftet und verbringt seine letzten beiden Lebensjahre hinter Gittern. Bonhoeffer sucht Halt und Kraft im Glauben. Davon erzählen auch die aus der Haft geschmuggelten Briefe und Texte – wie sein be-kanntestes Gedicht-Gebet:
„Noch will das Alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen, das Heil, für das du uns geschaffen hast.“
In diesen Worten spiegeln sich die bösen Tage des Unrechtsregimes, die Sorgen und Ängste um das Überleben von Familienangehörigen und Freunden im Widerstand, die Bitte um Gottes Beistand. Und so sagt Bonhoeffer im Vertrauen auf Gott weiter:
„Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“