Dietrich Bonhoeffer: Aufrichtig beten und verantwortlich handeln
„Hass und Fremdenfeindlichkeit“ – das war das Thema, dass sich meine Konfirmandinnen und Konfirmanden für ihren Vorstellungsgottesdienst gewählt haben. Die Jugendlichen haben darin Ursachen für Hass und Fremdenfeindlichkeit aufgezeigt, wie z.B. das Fremdes Angst macht oder dass Vorurteile schon sehr früh vermittelt werden; Diese Ursachen wurden auf Kartons geschrieben und daraus eine Mauer gebaut. Die Mauer war hoch und breit.
Die Konfis haben aber auch gezeigt, was wir dagegen tun können. Auf die andere Seite der Kartons haben Sie z. B. geschrieben, dass wir Zivilcourage zeigen sollen, dass wir uns gegenseitig kennenlernen müssen und gegen Fremdenfeindlichkeit demonstrieren können.
Mit diesen Aufschriften wurden die Kartons neu zusammengebaut – es entstand eine Brücke. Sie hat gezeigt: Hass kann überwunden werden. Denn gegenseitiger Respekt und Achtung können Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur verbinden.
Ich war beeindruckt von den Konfis, die sich nicht mit dem zunehmenden Hass und Fremdenfeindlichkeit im Netz oder in der analogen Welt abfinden möchten. Zu ihrer Einstellung passt sehr gut ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer, der erlebt hat, wohin Hass und Hetze führen können: zum Unrechtsregime der Nazis:
„Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“