Endlich Sonntag
Ab dem ersten Sonntag im Juli soll es im ganzen Römischen Reich so sein: der Sonnentag als Feier-Tag für die Bürgerinnen und Bürger. Vor sage und schreibe 1700 Jahren war das. Kaiser Konstantin, der große Förderer des Christentums, hat es so entschieden. Es ist der erste Tag der Woche, anders als der Sabbat der jüdischen Schwesterreligion. Dort hat der Ruhetag Gottes die Schöpfung beendet. Der christliche Sonntag steht für den ersten Tag einer neuen Schöpfung, die Gott mit der Auferstehung Jesu eingeläutet hat. Dass der Taktiker Konstantin den Tag aber erst mal bewusst Sonnentag nennt, hat Gründe. Auch andere Religionen wie der mächtige Mithraskult sollten sich in dem neuen Feiertag wiederfinden. Selbst die Anhänger der alten römischen Staatsgötter haben sich gut mit dem Symbol der Sonne identifizieren können. Und der Kaiser geht noch weiter. Das Fest des Sonnengotts Sol invictus wird ab 336 in Rom als christliches Fest gefeiert – als Geburtstag Jesu. Das Fest nennen sie – Weihnachten. Das Licht, das in die Welt kommt, wird nun mit dem Geburtstag von Jesus gleichgesetzt. Schließlich, weitere 50 Jahre später, gelingt es auch, den Sonnentag in Tag des Herrn umzubenennen. Ab diesem Zeitpunkt hat das Christentum mit Sonntag und Weihnachten neue Akzente gesetzt. Zum Glück bis heute. Denn auf Weihnachten möchte ich genauso wenig verzichten wie auf diesen ersten Tag der christlichen Woche. In diesem Sinne: einen gesegneten Tag des Herrn!