Beiträge

Weihnachten – Hoffnungslicht im Lockdown

Genau heute in einer Woche ist der 24. Erst dann wissen wir, wie der Heiligabend 2020 sein wird – haben wir eine konkrete Vorstellung davon, wie wir die beiden Weihnachtsfeiertage verbringen werden.

Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen – natürlich nicht nur wegen der Planungen des Weihnachtsfestes. Es geht um die Gesundheit und das Leben von Menschen – deshalb auch der harte Lockdown. Wie können da Kirchen zu Gottesdiensten und Messen an Heiligabend und Weihnachten einladen?

Ich möchte diese Frage ganz konkret mit dem Beispiel aus meiner Kirchengemeinde St. Wendel beantworten. In der evangelischen Kirche entscheidet das Presbyterium, sozusagen das Parlament einer Gemeinde, über die Gottesdienste. Das heißt, dass Ehrenamtliche gemeinsam mit uns Pfarrerinnen und Pfarrern Verantwortung tragen. Deshalb gibt es eine Hygienekonzeption, um Präsenz-Gottesdienste in den Kirchen mit Mund-Nasen-Schutz und Abstand feiern zu können. Zusätzlich aber auch verschiedene digitale Angebote, Briefaktionen, kleine Geschenke für ältere Gemeindeglieder … So haben wir gelernt, dass wir gemeinsam Verantwortung tragen und übernehmen. Das Presbyterium lädt zu Gottesdiensten ein, aber die Eingeladenen entscheiden selbst, ob sie das Kommen verantworten können.

Deshalb haben wir uns wegen der guten Erfahrungen mit unseren Präsenz-Gottesdiensten für das Feiern von Heiligabend-Gottesdiensten in unseren Kirchen entschieden. Zusätzlich wird es vielleicht auch ökumenische OpenAir-Gottesdienste an HeiligAbend geben.

Als Presbyterium wird uns aber auch sehr bewusst, dass wir nicht nur für den äußeren Rahmen Verantwortung tragen. Denn Menschen erzählen uns, wie sehr sie gerade jetzt Worte und Zeichen der Hoffnung brauchen. Wie gut es ihnen tut, zu hören, dass es dieses Licht der Hoffnung gibt, für das Weihnachten steht. Um daraus auch Kraft zu schöpfen in dieser Zeit. Weihnachten erzählt von dem Geschenk der Liebe, von Zutrauen und Vertrauen: Gott schenkt sich in Jesus selbst, kommt als Baby zur Welt, das darauf vertraut, angenommen und geborgen zu sein. So traut Gott uns zu, verantwortlich mit diesem Geschenk und mit uns umzugehen – auch und gerade in diesen Zeiten.