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„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu beschützen.“

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“

Dieses afrikanische Sprichwort trifft auch auf unsere Gesellschaft zu. Neben den  Eltern braucht es eben auch ganz viele andere Menschen und Einrichtungen, um Kinder auf ihrem Lebensweg begleiten: z.B. Krippe und Kita, Schule, ebenso Sportvereine oder Musikschulen.

 

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.“ Und das heißt für mich auch: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu beschützen.“ – Nicht nur die Familie, sondern wir alle sind dafür verantwortlich, dass ein Kind sicher und geborgen aufwachsen kann.

 

Und da müssen wir noch dran arbeiten. Denn wir wissen um die vielen Kinder, denen Gewalt angetan wurde und wird, die gedemütigt, geschlagen, ausgebeutet und missbraucht wurden und werden. Und wir wissen, dass die Täterinnen und Täter in allen unseren Bildungseinrichtungen, in kirchlichen Institutionen, in Sportvereinen zu finden sind. Wir wissen längst, dass nicht jedes Kind in seiner eigenen Familie auch den Schutz und die Liebe erfährt, die es braucht. So war es in dieser Woche ein Familienvater, der seine kleine Tochter missbraucht und diese Taten ins Netz gestellt und mit anderen geteilt hat. Er ist einer der Haupttäter von Bergisch-Gladbach und wurde am Dienstag zu 12 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Seine Tochter ist jetzt 3 Jahre alt. Wie sie diesen schweren Missbrauch überhaupt je verkraften wird, ist nicht abzusehen.

 

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu begleiten und zu beschützen.“

Dazu gehören Menschen, die hinschauen und die sich z.B. in ihrem Beruf dafür einsetzen, dieses Unrecht an Kinder aufzudecken. In meiner Zeit als Polizeipfarrerin habe ich Polizistinnen und Polizisten kennengelernt, die in diesen Abgrund hineinblicken müssen. Es ist ein Arbeitsplatz, der Etliches abverlangt. Diejenigen, mit denen ich gesprochen habe, sagten: Sie tun es, um der Opfer willen, um ihr Leid aufzudecken und die Täter zu ermitteln und für ihre Straftaten zur Verantwortung ziehen zu können.

Kinder haben das Recht, geborgen und behütet aufwachen zu können. Und da wo es nicht gelingt, müssen wir alle aufmerksam sein und mit unseren Möglichkeiten einschreiten. Denn: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu beschützen.“

 

Sie können das Video zum Beitrag unter der folgende Adresse anschauen:

https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=93592