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Dietrich Bonhoeffer: Vom Vertrauen …

Wir Menschen sind darauf angewiesen, dass wir es grundsätzlich gut miteinander meinen. Sonst könnte niemand von uns das Haus verlassen ohne Angst zu haben, von einem anderen beraubt oder angegriffen zu werden. Sonst könnte niemand von uns es wagen, sich auf einen anderen Menschen einzulassen, mit ihm zusammen zu arbeiten, sich anzufreunden, als Familie zusammen zu leben.

Weil wir als soziale Wesen unterwegs sind, sind wir auf andere Menschen angewiesen – wie andere es auf uns sind.

Wir brauchen dieses Vertrauen in uns und andere, um miteinander leben zu können.

Wir wissen, wie kostbar dieses Vertrauen ist und wie leicht es zerstört werden kann. Denn es gibt eben auch Menschen, die es nicht gut mit ihren Mitmenschen meinen. Wir erleben unter uns nicht nur gelingendes Miteinander, sondern auch Neid und Missgunst, Gewalt und Hass, die das gute Zusammenleben im Kleinen wie im gesellschaftlich Großen zerstören. Da fällt es schwer, den Glauben in den Mitmenschen nicht zu verlieren. Es gibt keine Garantie, dass das Vertrauen in einen anderen Menschen nicht enttäuscht und beschädigt wird.

Das wusste auch schon Dietrich Bonhoeffer, der als überzeugter Christ gegen Gewalt und Hetze in Nazi-Deutschland aktiv Widerstand geleistet hat. Zur Zeit des Schreckens und Terrors dieses Unrechtsregimes konnte niemand mehr sicher sein, von seinen Mitmenschen nicht ausgespitzelt und verraten zu werden. Ohne naiven Realitätsverlust stellte Bonhoeffer fest, was er selbst in dieser Zeit erlebt hat:

„Das Vertrauen wird eines der größten, seltensten und beglückendsten Geschenke menschlichen Zusammenlebens bleiben, und es wird doch immer nur auf dem dunklen Hintergrund eines notwendigen Misstrauens entstehen.“