Umzugskiste
Als ich letztens bei uns auf dem Dachboden war, habe ich eine kleine Umzugskiste gefunden. Also, nicht irgendeine, sondern eine ganz bestimmte. Nämlich die Kiste, in die ich beim letzten Umzug alles das reingepackt habe, was ist unbedingt behalten wollte, aber keiner anderen Kiste zuordnen konnte. Was also nicht in die Geschirrkisten sollte, weil es kein Geschirr war. Nicht in die Bücherkisten, weil es kein Buch war, nicht in die Kisten mit den CDs, weil …..naja, undsoweiter halt. Jedenfalls steht die Kiste mittlerweile seit über 10 Jahre auf unserem Dachboden rum, ohne dass ich jemals reingeguckt hätte.
Manchen Ballast behält man offenbar sehr lange bei sich. Ohne zu wissen, warum eigentlich. So wie das schlechte Gewissen von mancher dummen Aktion in Kindertagen, obwohl längst Gras über alles gewachsen ist. Den Streit mit dem Nachbarn, obwohl der schon seit Ewigkeiten beigelegt ist oder den Frust nach der ersten enttäuschten Schwärmerei, obwohl man mittlerweile schon lange in einer echten Beziehung lebt.
In der Bibel steht: Werft alles, was Euch belastet, auf Gott. Er sorgt für Euch! Für mich ist das wie eine Einladung. Ich muss nicht alles auf ewig mit mir rumschleppen. Gott sagt: Trenn Dich von all dem Ballast. Klar. Das ist natürlich nicht immer so einfach, wie es sich auf Anhieb vielleicht anhört. Vieles von dem, was ich an Ballast mit mir rumschleppe, kann ich nicht so einfach loswerden. Aber manches eben schon.
Den Inhalt der kleinen Umzugskiste habe ich jedenfalls in eine Tüte gepackt und kurz und schmerzlos entsorgt. Ich hab über 10 Jahre ohne ihn leben können. Dann werde ich das in Zukunft auch schaffen.