Snoopy, der Philosoph
Heute vor genau 19 Jahren ist der amerikanische Zeichner Charles M. Schulz gestorben. Kennen Sie nicht? Hmm, doch, ich glaube schon. Zumindest seine berühmtesten Figuren. Charles M. Schulz ist der Erfinder der Peanuts. Dieser Gruppe von amerikanischen Vorstadtkindern um Charlie Brown und seinen Hund Snoopy, die mit den Widersprüchlichkeiten des menschlichen Lebens zu kämpfen haben.
Mein Lieblings-Comicstrip von den Peanuts ist folgender: Da sitzen der eher pessimistische Charlie Brown und Snoopy auf einem Steg an einem See und Charlie Brown sagt: „Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy!“ Woraufhin der antwortet: „Ja, das stimmt. Aber an allen anderen Tagen werden wir das nicht!“
Beide, Snoopy und Charlie Brown, haben natürlich recht. Sie gucken aber aus unterschiedlichen Perspektiven auf dieselbe Sache: nämlich das Leben. Während Charlie Brown dessen Ende in den Mittelpunkt rückt, fokussiert Snoopy alles andere.
Mir ist Snoopys Sichtweise viel sympathischer. Denn mit ihr leugne ich ja nicht, dass ich eines Tages sterben muss. Ganz im Gegenteil. Aber gerade weil ich das weiß, macht es Sinn, mich darüber zu freuen, dass ich an allen anderen Tagen am Leben bin. Weil das eben auch bedeutet, dass ich viele schöne Dinge genießen und tun kann. Zum Beispiel auf einem Steg sitzen und auf einen See zu gucken – genauso wie Charlie Brown und Snoopy in dem Comic-Strip von Charles M. Schulz.