In meinem Wohnzimmer ist es dunkel. Die Sonne ist
untergegangen und die Dämmerung setzt ein. Zeit, die
Rollläden zu schließen und Licht anzumachen. Ich gehe
zum Lichtschalter und bleibe stehen. Irgendwas hält mich
zurück. Eigentlich ist es zu früh für künstliches Licht. Ich
dreh mich um und merke, dass ich die zweite Kerze auf
meinem Adventskranz noch gar nicht angezündet habe.
Schnell hole ich ein Feuerzeug und zünde sie an. Die
Dunkelheit weicht zurück. Das Wohnzimmer wird heller
im Kerzenlicht. Unglaublich wie etwas so kleines einen so
deutlichen Unterschied macht.
Adventskränze vor Weihnachten aufzustellen, ist ein recht
junger Brauch, der im 19. Jahrhundert aufkommt. Der
Kranz ist ein Bild für den Kampf der Christen gegen die
Dunkelheit in ihrem Leben. Die grünen Zweige
symbolisieren Hoffnung. Das Licht der Kerzen steht für
das Leben. Von Advent zu Advent wird mit jeder Kerze
das Licht heller und die Dunkelheit kleiner, denn die Feier
der Geburt des Lichtes der Welt, Jesus Christus, steht
bevor.
Draußen ist die Dämmerung der Finsternis gewichen.
Mittlerweile ist es ganz dunkel geworden. Die beiden
Kerzen auf meinem Adventskranz flackern hingegen
fröhlich weiter. Ihr leises Knistern klingt fast wie ein
Flüstern, ein Flüstern einer Ankündigung der frohen
Botschaft von Weihnachten: „Das Volk, das im Dunkel
lebt, sieht ein großes Licht. Die im Land der Finsternis
wohnen, Licht leuchtet über ihnen (Jes 9,1 ELB).“