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Ankommen

„Hast du dich schon eingelebt?“

In den letzten 20 Jahren bin ich acht Mal umgezogen und seitdem ich Pfarrerin bin,
hatte ich drei verschiedene Stellen. Und nach jedem Umzug und jedem
Stellenwechsel wurde ich irgendwann gefragt:

„Na, hast du dich schon eingelebt? Bist du schon angekommen?“

Ganz oft habe ich einfach mit „Ja“ geantwortet, um den anderen nicht mit meinen
kleinen Problemchen zu belasten. Dass ich am neuen Ort noch keine Freundin
gefunden habe, die niemand mit mir in die Sauna geht, oder dass die Aufteilung der
Arbeit noch nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das eigentlich wünsche. Mit einem
Lächeln bin ich dann zum nächsten Thema übergegangen.

Und ich habe mich gefragt: Wo bin ich eigentlich zu Hause? Und wo möchte ich
ankommen? Ich habe eine Sehnsucht nach einem Ort, an dem ich einfach sein
kann. So, wie ich bin. Die Sehnsucht danach, nicht mehr fremd, sondern
angekommen zu sein! Aber: Wo ist dieser Ort?

Mir fällt ein Vers aus einem Brief im Neuen Testament ein. Paulus schreibt an seine
Gemeinde: Ihr seid nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der
Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Das heißt: Ich bin kein Gast mehr, sondern Mitbürgerin. Ich vollkommen
angekommen, akzeptiert. Ich bin genauso, wie ich bin, geliebt. Paulus spricht es mir
einfach zu. Er sagt: Bei Gott brauchst du dich nicht einzuleben, denn Gott lebt längst
in dir. Gott ist bei dir angekommen, um ganz nah bei dir zu sein. Längst eingelebt
sozusagen und angekommen.