Ständig bin ich irgendetwas am Suchen. Meine Autoschlüssel, mein Portemonnaie oder die
Weihnachtsdeko, die ich im letzten Jahr so toll weggepackt habe. Manchmal habe ich das Gefühl, mein
ganzes Leben ist eine Suche nach verlorenen Dingen. Wenn ich dann schon alles abgesucht habe und den
Gegenstand immer noch nicht gefunden habe, kann ich auch schonmal ganz schön stinkig werden. Und ich
kriege Angst, dass der gesuchte Gegenstand für immer fort ist. Also suche ich weiter. Nochmal von vorne.
Was dabei für Zeit draufgeht?! 76 Tage verbringen Frauen in ihrem Leben durchschnittlich damit, allein in
ihrer Handtasche nach irgendwelchen Dingen zu kramen. 76 Tage… Das sind zweieinhalb Monate!!
Und dabei geht es ja nur um Dinge in meiner Handtasche! Noch viel mehr Zeit brauche ich, wenn ich auf
der Suche nach Gott bin. Auch als angehende Pfarrerin weiß ich nicht immer auf Anhieb, wo ich ihn finden
kann. In der Kirche, auf der Straße, im Schwimmbad? In der Bibel, im Bettler an der Ecke oder im
erfolgreichen Geschäftsmann? Meiner Erfahrung nach ist das immer unterschiedlich. Mal finde ich Gott
hier, mal da und mal glaube ich, ihn überhaupt nicht mehr zu finden.
Im Alten Testament steht: „Ihr werdet mich suchen und werdet mich finden. Denn wenn ihr mich von
ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen. Das sage ich, der HERR.“
Diese Worte trösten mich. Sie sagen mir, dass ich nicht vergeblich nach Gott suchen werde. Ich glaube, Gott
ist im Grunde immer schon da, um mich auf dem Weg durch mein Leben zu begleiten. Auch, wenn ich ihn
nicht immer sofort sehe. Dann hilft nur eins: Nochmal von vorne suchen. Von ganzen Herzen. Denn dann
will sich Gott von mir finden lassen.