Simson ist ein schon irgendwie ein toller Typ. Ein Mann wie er im Buche steht. Lange lockige Haare, kräftig
und durchtrainiert. Der stärkste Mann weit und breit. Keiner kann ihm das Wasser reichen. Doch leider hat
er eine Schwäche für Frauen. Und das, obwohl er verheiratet ist.
Eines Tages trifft er Delilah und fängt eine Affäre mit ihr an. Doch Delilah führt nichts Gutes im Schilde. Sie
hat sich mit Simsons Feinden abgesprochen und will ihn fertig machen. Sie tut alles, damit er ihr sein
Geheimnis verrät, nämlich warum er so unfassbar stark ist.
Insgesamt dreimal gibt Simson seiner Geliebten eine falsche Antwort. Doch Delilah lässt nicht locker. »Wie
kannst du behaupten, mich zu lieben, wenn du mir kein Vertrauen schenkst?“, fragt sie. „Dreimal hast du
mich zum Narren gehalten und mir nicht verraten, woher deine große Kraft kommt!« (Ri 16,15)
Beim vierten Mal wird Simson schwach. Er erzählt Delilah, dass seine übermenschliche Kraft von Gott
kommt und an seinen Locken hängt, die noch niemals geschnitten wurden. Delilah zögert nicht lange. Als
Simson eingeschlafen ist, schneidet sie ihm die Locken ab. So wird er von seinen Feinden gefangen
genommen.
Die Geschichte aus dem Alten Testament zeigt, dass sich auch der stärkste Mann der Welt von seiner Liebe
blenden lassen kann. Er merkt nicht, wie er immer tiefer in den Strudel hineingerät, der ihn schließlich in
Gefangenschaft führt.
Wenn wir Menschen Beziehungen eingehen, öffnen wir uns einander und werden dadurch angreifbar. Aber
die Geschichte Simons zeigt, dass wir aufpassen müssen, damit wir uns nicht selbst verlieren. Wenn wir das
Gefühl haben, ausgenutzt oder hintergangen zu werden, kann es auch das richtige sein, die Notbremse zu
ziehen. Simson hätte es die Frisur gerettet und eine Gefangenschaft erspart.