Eigentlich arbeiten Pfarrer ja nur sonntags eine Stunde.
Aber es gibt Ausnahmen. Donnerstag und Freitag früh
gehe ich in die Schule. Reli-Unterricht. Zur Zeit nehmen
wir das Thema „Schöpfung“ durch. Die Kinder sind ganz
schön aufgeweckt. Sie wissen alle was zum Urknall und
darüber, dass das Leben im Wasser entstanden ist. Und sie
sind sich einig: Das, was in der Bibel steht, ist eine
Geschichte und kein wissenschaftlicher Bericht. Ganz
schön schlau, die Kinder.
Dann sollen sie kleine Bilder zu den sieben
Schöpfungstagen malen –Sonne, Mond und Sterne, Tiere,
Menschen und so weiter. Ich frage: Was malt ihr denn ins
siebte Kästchen? Ein Kind meint: Hm, Gott ruht aus…
Vielleicht ein Bett mit einem drin? Ich frage: Wie – mit
einem drin? Das Kind grübelt eine ganze Weile – hm, wie
sieht der aus? - und sagt: Okay, dann halt ein leeres Bett.
Da ruft ein anderes Kind: Ich weiß aber, wie Gott aussieht.
Er hat auf jeden Fall Locken. Ich frage: Natur oder
Dauerwelle? Ratloses Schweigen. Ein anderes Kind meint:
Er muss wahnsinnig dick sein. Wieso denn dick, will ich
wissen. Naja, wenn er die Welt erschaffen hat, muss er
doch mindestens so groß sein wie die Erde, eher noch
größer. Ich sehe Gott wie einen Riesenballon durchs
Weltall schweben - lustige Vorstellung. Da schreit ein
anderes Kind triumphierend: Ich stelle mir Gott vor wie so
`ne Art Ozonschicht um die ganze Welt, nur ohne Loch,
schließlich ist er ja der liebe Gott.
Ich finde, das ist schon fast zu genial für Achtjährige.
Am Schluss frage ich neugierig: Was malt ihr denn nun in
euer siebtes Kästchen?
Da rufen sie wie aus einem Mund: Ein Bett mit keinem
drin!