Das genügt
Das war vielleicht ein Durcheinander Mitte des 16. Jahrhunderts!
Aus den kirchlichen Reformbewegungen waren neue Formen
von Kirche entstanden: Das Luthertum in Mitteldeutschland z. B.
und die reformierten Gemeinden in der Schweiz, später auch in
Frankreich und den Niederlanden. Und dann waren da noch die
Anhänger Zwinglis und die oberdeutschen evangelischen Städte.
Ein bunter, wirrer Haufen.
Als der Druck der katholischen Fürsten zunahm, stellte sich im
Jahr 1529 aber die Frage, was die verschiedenen evangelischen
Strömungen verbindet und einig macht. Als Antwort auf diese
Frage wurde das Augsburger Bekenntnis von 1530 formuliert.
Dieses Bekenntnis sucht die Einheit nicht in einer einheitlichen
äußeren Form von Kirchenverfassung und Gottesdienst. Sondern
es formuliert im siebten Artikel: „Die eine, heilige, christliche
Kirche … ist die Versammlung alle Gläubigen, bei denen das
Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente dem
Evangelium gemäß gereicht werden.“ Und sie fügt hinzu: „Das
genügt zur wahren Einheit der Kirche.“
Bis heute ist für uns als evangelische Kirche die
Organisationsform zweitrangig. Jede Organisationsform messen
wir daran, wie sehr sie der Botschaft Jesu Christi dient – und der
Gemeinde, die sich um seinen Tisch zum Abendmahl
versammelt. Nicht der äußere Rahmen stellt die Einheit der
Kirche her, sondern das Zentrum des christlichen Glaubens
begründet die Einheit. Jesus Christus. An seinem Tisch haben
viele verschiedene Menschen Platz.