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Glas halb voll

Jeder kennt das. Ein Glas steht auf dem Tisch und der Pessimist klagt: Ach je, das Glas ist schon wieder halb leer! Der Optimist guckt das gleiche Glas an und sagt: Oh, guck mal, das Glas ist ja noch halb voll!

Zu welcher Sorte Mensch gehören sie? Und zu welcher würden sie gerne gehören?

Ich glaub ja schon: Der Optimist ist der glücklichere Mensch. Aber mir gelingt das nicht immer.

Und darum muss ich trainieren. Erinnern Sie sich noch an Bernd aus der 8. Klasse? Sportlich und durchtrainiert, rannte die 100 Meter damals schon in unter 11? Hab ich nie geschafft, werde ich nie schaffen. Und trotzdem oder gerade deshalb gehe ich laufen. Mir ist das nicht so in die Wiege gelegt, ich muss trainieren. Ich komm an Bernd nicht ran, aber fit bleiben will ich auch.

Ich glaube, so ist das auch mit dem Optimismus. Nicht jeder ist da ein Naturtalent. Und dann heißt es eben: Trainieren. Immer wieder auf das Leben gucken und sagen: Da ist es wieder gut gegangen, da hätte es schlimmer kommen können, da habe ich nicht nur Grund zum Klagen, sondern auch zur Dankbarkeit.

Ein schönes Beispiel hörte ich neulich auf einer CD von Reinhard Mey. Das Lied heißt „wenn’s Wackersteine auf dich regnet“. Da heißt es:

Weißt du noch, wie du mit Rita für die Mathearbeit übtest
Voller Hingabe und wie du, der du kein Wässerchen trübtest
Mit ner glatten 6 vor Freude in die Luft gesprungen bist
Weil Rita vom Mathe üben nicht schwanger geworden ist.

 

In diesem Sinne: Vielen Dank Ihnen.