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Wegwerfgesellschaft

Ich geb`s ja zu: Auch ich vergesse manchmal, was noch alles im Kühlschrank lagert. Vorne kommen
immer wieder frische Lebensmittel rein, dahinter wölbt sich der Deckel auf dem Yoghurt. Und ich
ärgere mich. Am meisten über mich selbst: Weil ich nicht besser bin als der Rest unserer
Wegwerfgesellschaft.

Theoretisch könnte man mit der Gesamtmenge der weilweit produzierten Nahrungsmittel alle
Menschen satt bekommen. Das Problem ist, dass riesige Mengen auf dem Müll landen statt auf dem
Teller. Jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot wandern in den Abfall. Viele Menschen, auch ich,
kaufen zu viel ein und werfen alles weg, was nicht mehr schön aussieht oder abgelaufen ist. Eine
beispiellose Verschwendung, oder besser: Eine Sünde gegen Gottes Schöpfung.

Natürlich, ich weiß auch, dass in Afrika kein Kind satt wird, wenn in Deutschland alle ihren Teller leer
essen. Aber das ist auch gar nicht mein Punkt. Fakt ist: Die globale Verschwendung hält einen
Kreislauf von Armut und Umweltzerstörung in Gang. Gewaltige Mengen an Rohstoffen und Energie
könnten gespart werden, wenn wir vernünftiger konsumieren würden.

Wie das geht? Weniger auf einmal kaufen. Reste verwerten anstatt wegwerfen. Und muss wirklich
kurz vor Ladenschluss noch das komplette Sortiment an Brot und Fleisch da sein?

„Unser täglich Brot gib uns heute“ heißt es im Vaterunser. Natürlich leben wir in Deutschland längst
nicht mehr vom Brot allein. Aber wir sollten nicht vergessen, dass manchen Menschen trockenes
Brot schon zum Überleben reichen würde.