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Was hoffst du?

„Was hoffst du?“ Diese Frage kommt mir in den Sinn, als ich im Cafe ein Gespräch am Nebentisch mitbekomme. Eine Frau und ein Mann sitzen sich gegenüber, sie sind vielleicht Mitte zwanzig.

Sie erzählt von einem Vorstellungsgespräch. Ihre schwarzen, krausen Haare trägt sie nicht offen. Das Risiko ist zu groß, als inkompetent zu gelten. Auch die Frage ‚Woher kommst du – also eigentlich?‘ nervt sie nur noch. Dahinter steckt für sie kein echtes Interesse, sondern ein Vorurteil. Denn sie ist in Frankfurt geboren und aufgewachsen.

Rassismus begleitet sie schon fast ihr ganzes Leben – erzählt sie. Mit gerade einmal vier Jahren wollte ein Kind nicht mit ihr spielen – weil ihre Hautfarbe angeblich ‚dreckig‘ sei. Und die Anfeindungen hören nicht auf: Erst vor einem halben Jahr wurde sie mitten auf der Straße angespuckt.

Die Geschichte der jungen Frau berührt mich tief. Und ich schwanke zwischen Wut und Fassungslosigkeit, Scham und Traurigkeit. Gefühle, die ich auch in den Augen ihres Gegenübers sehe.

Was hoffst Du? Möchte ich sie fragen, weil ich die Stimmung selbst am Nebentisch kaum aushalte.

Was hoffe ich? Frage ich mich, als die beiden aufstehen und gehen. Ich hoffe auf eine andere Welt. Eine Welt, in der Menschen liebevoll miteinander umgehen und Unterschiede als Bereicherung ansehen. Eine Welt, in der Gerechtigkeit keine unerfüllbare Forderung, sondern unser täglich Brot ist. „Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen“ – so beschreibt es die Bibel – und auch, wenn es mir in diesem Café noch weit entfernt schien, hoffe ich darauf.