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Leuchten

„In mir leuchtet…“ Die Abschlussrunde vom Seminar ist eigentlich der Platz, wo man nochmal sagen kann, was man gut, aber auch, was man nicht so gut gefunden hat. Hier kann nochmal Frust abgeladen werden und oft baut sich negative Stimmung hier erst auf. Kleinigkeiten werden groß, irgendwas muss man ja sagen, wenn schon jemand negativ angefangen hat.

„In mir leuchtet…“ so sagt die Seminarleiterin – beginnt der Satz, den wir vollenden sollen. Kein Platz für negative Gedanken – denke ich und frage mich, ob ich hier bevormundet werde oder ob sie mich gar mundtot machen möchte. Will sie etwa gar nicht hören, was mich alles angenervt hat?

Widerwillig lasse ich mich darauf ein. Und auf einmal leuchtet in mir die Gemeinschaft der letzten Tage auf. Die guten Gespräche, die neuen Gedanken. Das Essen war gut und gestern Abend haben wir in einer gemütlichen Runde beieinander gesessen.

Ich merke, wie viel in mir leuchtet und wie gerne ich dieses Leuchten mit in meinen Alltag nehmen möchte, weil es mir Kraft gibt und mich dankbar macht.

Immer wieder frage ich mich seit dem, was in mir leuchtet, ja, ich sammle geradezu Glanzmomente meiner Tage: Eine Autofahrt frühmorgens in die aufgehende Sonne, weißer Nebel, der über einer Wiese aufsteigt und mich unverhofft an fast vergessene Lieder denken lässt. Die Nachricht meiner Freundin, die mich einfach auf einen Spaziergang einlädt.

In mir leuchtet viel mehr, als ich gedacht habe – und was leuchtet in Ihnen?