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Pauken und Trompeten

Musik mit Pauken und Trompeten. Dann kracht es richtig. Es wummern die Bässe, Lautsprecher kommen an ihre Grenzen und Kindern stopft man Oropax in die Ohren. Aber klar, bei Pauken und Trompeten passiert etwas Großes. Früher sind unter diesem Klang Herrscher an die Macht gekommen, Soldaten in den Krieg gezogen und auch schon mal eine Stadtmauer in Schutt und Asche gefallen.

Ganz andere Töne stimmt das Reich Gottes an, von dem die Bibel erzählt. Es kommt wie ein Dieb in der Nacht. Auf leisen Sohlen, unbemerkt, leicht zu überhören. So, wie ein Dieb halt, der schließlich unerkannt bleiben will. Der lautlose Einbrecher als Kontrapunkt. Nichts von ohrenbetäubend oder schrill. Still, leise, unmerklich. Das scheint Programm zu sein. Denn wenn es gut werden soll, braucht es nicht den großen Wirbel. Kein Skandal, kein Drama, keine Opfer. Kein Thema für Newsletter oder Push-Nachrichten. Ohne Skandale oder Peinlichkeiten. Einfach leise und gut – mit einem Mal eine andere Welt, mit glücklichen, erlösten Menschen. Vielleicht auch ein bisschen langweilig, weil Pauken und Trompeten die Welt ordentlich aufmischen mit ihrem Getöse. Wobei natürlich mancher auch schon mit Pauken und Trompeten untergegangen ist. Großspurig begonnen und sich am Ende kleinlaut davongestohlen. Auch das gehört zu Pauken und Trompeten dazu, eine Geschichte von Scheitern, Elend und zahllosen Opfern. Das Reich Gottes kommt wie ein Dieb in der Nacht, ohne Pauken und Trompeten, aber eben mit einem leise gehauchten Happy End.