Gegrüßt in den Tag
„Guten Morgen“ – was für ein alltäglicher Gruß! Sicher haben Sie ihn heute früh schon gesagt, ohne groß drüber nachzudenken. Schön, wenn wir uns morgens so begrüßen und den Tag so beginnen.
„Guten Morgen“ – in den beiden Schulen, in denen ich unterrichte, gehört dieser Gruß selbstverständlich dazu. Naja, nicht so ganz. In den unteren und mittleren Klassen schon; ab der 10. hört diese Selbstverständlichkeit aber auf.
In den unteren und mittleren Klassen stehen alle noch auf, um die Lehrkraft zu begrüßen (was manchen bei der Morgenmüdigkeit nicht ganz leicht fällt). Vielleicht ein etwas überholtes Ritual, denken Sie jetzt? Das mag sein; wann stehen wir denn sonst zur Begrüßung auf? Wenn wir uns zu zweit begegnen, wohl noch eher. Aber in Gruppen doch eher nicht.
Ich schwanke oft selbst, wie ich dieses Ritual finden soll. Es ist gut, wenn wir den Tag nicht einfach so beginnen – Bücher raus, Tablet an, Formeln aufsagen! Es ist richtig, wenn wir den Tag mit einer gemeinsamen Begrüßung anfangen. Die wird häufig so dahingenuschelt, wenn wir dazu nicht aufstehen und damit auch einen bewussten Anfangspunkt setzen.
Wenn dann allerdings die Kinder im Chor diese Begrüßung sprechen (wie in alten Schulfilmen), kommt mir das nur begrenzt sinnvoll war. Eine bessere Idee, wie wir gemeinsam in den Tag starten könnten, habe ich allerdings auch noch nicht gefunden.
„Guten Morgen“ – das ist auf jeden Fall ein schöner Gruß. Ich hoffe, er ist von meinem Gegenüber auch genauso gemeint, wie er gesagt ist „Ich wünsche dir einen schönen guten Morgen“.