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Gentleman, ledig, sucht…

Die erste Kontaktanzeige stammt aus dem 17. Jahrhundert: Gentleman, ledig, sucht… Aufgegeben in der englischen Wochenzeitung „Sammlung zur Verbesserung von Landwirtschaft und Handel“. Klingt nach Bauer sucht Frau. Wobei: Der Gentleman war um die 30, wohlhabend und natürlich ledig. Eine Dame aus gutem Haus sollte es sein, einzige Bedingung: ihr Vermögen: mindestens 3000 Pfund.

Was aus der Anzeige und dem Gentleman geworden ist, wissen wir nicht. Das hat wohl auch mit John Houghton zu tun, dem Herausgeber. Er hat dem jungen Mann absolute Diskretion versprochen. Dazu war er überzeugt: solche Anzeigen könnten ein richtig gutes Geschäft werden.

Auch wenn er den Boom von Partnerbörsen in unserer Zeit nicht mehr erleben kann, hat er Recht behalten. Längst boomt die Partnersuche im Internet – noch nie war flirten so einfach. Und schließlich soll es am Ende ja auch der oder die Beste von allen sein. Da bietet das Internet einfach viel mehr Kontaktmöglichkeiten.

Da ist unser Gentleman seinerzeit deutlich bescheidener. Eine good-enough-Partnerin sollte es sein. Gut genug für eine Partnerschaft. Eine Dame von Stand mit Geld. Und nicht unbedingt die große Liebe. Auf jeden Fall aber würde er staunen, unser Gentleman von damals, was er mit seiner Idee, mit seiner Anzeige ausgelöst hat. Und was er ausgelöst hat in Sachen Liebe, heute, in Zeiten des Internets.