7000 Aufrechte
Ich werde 7000 übriglassen, die das Knie nicht vor dem Baal beugen.
Ein Spruch aus der Bibel mit Gänsehautfeeling. Baal ist ein blutrünstiger Gott, mit zweifelhaftem Kult, Kinderopfern und Prostitution in den Tempeln. So ziemlich das genaue Gegenstück zum Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Also der Gott, auf den sich bis heute auch das Christentum gründet. Die Wahl des richtigen Gottes – da hängt damals schon mehr als nur die Frage, wohin ich meine Kirchensteuer überweise. Die Frage des Gottes und der Weltanschauung sind Lebensfragen, manchmal Überlebensfragen.
Wer dem Terror der Baalspriester widerstehen will, braucht Standvermögen. Viele werden sterben, unzählige gedemütigt und misshandelt. Aber: 7000 wird Gott übrig lassen von den Aufrechten, die nicht klein bei geben bei menschenverachtendem Denken und brutaler Gewalt.
Apropos Aufrechte. St. Ursula in Köln ist eine Kirche, gebaut aus Trümmersteinen vom letzten Krieg. Der Spruch steht auch dort: Ich werde 7000 übrig lassen, die das Knie nicht vor dem Baal beugen. Dazu die Erinnerung an Menschen aus Köln, die gegen Terror und Barbarei in Deutschland Widerstand geleistet werden. Viele haben es mit dem Leben bezahlt. Das ist der Preis, ein Aufrechter zu sein.
Damit genug der Zeitsprünge. Ich mag mir nicht vorstellen, dass der Bibelspruch zu neuer Aktualität gelangt, vielleicht schon heute Abend. Aber ein paar Aufrechte wird es schon brauchen…